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Süddeutsche March 17, 2003

Schlacht in "allen Teilen der Welt"

Der irakische Präsident will auf einen US-Angriff mit einem weltweiten Krieg reagieren.

Saddam Hussein drohte im Falle eines US-Militärschlags gegen sein Land damit, die Konfrontation auf die gesamte Welt auszuweiten. Sollte Washington den Irak angreifen, würde die Schlacht in "allen Teilen der Welt" ausgetragen werden, sagte er der amtlichen irakischen Nachrichtenagentur INA zufolge.

Sabri: USA allein gegen Rest der Welt

Der irakische Außenminister Nadschi Sabri warf der US- Regierung nach dem Dreier-Gipfel auf den Azoren Arroganz vor. "Dies ist eine verrückte Machtdemonstration, die sie (die USA) nur noch weiter in die Isolation treiben wird", sagte er im irakischen Staatsfernsehen.

Die Tatsache, dass sich US-Präsident George W. Bush, der britische Premierminister Tony Blair und der spanische Regierungschef José María Aznar auf einem US-Militärstützpunkt auf einer abgelegenen Insel treffen mussten, zeige, "dass sie allein gegen den Rest der Welt stehen". Der Irak "wird sie zusammen mit ihren Träumen in der Wüste beerdigen", drohte Sabri.

Unterernährte Soldaten

Nach Schätzungen der Militäranalytiker der US-Firma GlobalSecurity.org besteht die irakische Armee heute aus rund 400.000 Soldaten, ausgerüstet mit zweitausend Panzern, 3700 anderen Panzerfahrzeugen und tausenden schweren Waffen, darunter Panzerabwehr- und Luftabwehrraketen.

Bis zu zwei Drittel der Soldaten sind jedoch laut amerikanischen und britischen Medienberichten unterernährt, unterbezahlt und bereit, sich zu Tausenden zu ergeben. Besser ausgerüstet und ausgebildet sind etwa hunderttausend Republikanische Garden mitsamt ihrer Spezialeinheiten. Mit ihrer Hilfe könnte Saddam Hussein versuchen, die Invasionstruppen in einen verlustreichen Häuserkampf zu verwickeln.

Die irakische Führung könnte den USA außerdem den Weg nach Bagdad erschweren. Die 500 Kilometer von der kuwaitischen Grenze bis zur irakischen Hauptstadt führen durch die Wüste, so dass die US-Truppen nicht schneller vorankommen können als ihr Nachschub an Treibstoff und Wasser.

Zudem könnten die Dämme an den Flüssen Euphrat und Tigris gesprengt und damit ganze Landstriche zeitweise unpassierbar gemacht werden. Offen ist auch, ob Irak tatsächlich noch über Massenvernichtungswaffen verfügt und diese einsetzen würde. Die USA sind auf den Einsatz von Pocken- und Milzbranderregern vorbereitet.

Fotos von mobilen Labors

Unterdessen hat die irakische Seite den UN-Waffeninspekteuren Fotos und Videos vorgelegt, auf denen mobile Labors zu sehen sind. Wie der Sprecher der UN-Waffenkontrollkommission (UNMOVIC), Hiero Ueki, am Sonntagabend in Bagdad berichtete, wurde das Bildmaterial von den im Irak eingesetzten Labors am Samstag übergeben.

Die US-Regierung hatte mehrfach erklärt, Bagdad verstecke in derartigen Labors verbotene Kampfstoffe. Ueki nahm keine Stellung dazu, ob die irakische Führung eine militärische Nutzung der Labors eingeräumt hat oder nicht.

(sueddeutsche.de/dpa/AFP)


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